Rezension: Cookies & Co. für Hunde

Mein Pudel Wolle ist im wahrsten Sinne des Wortes ein kleiner Feinschmecker.  Zumal verträgt sein  empfindlicher Hunde-Magen leider nicht alles! Das bekomme ich zu spüren, wenn ich Stunden später auf den hellen Teppichböden die Hinterlassenschaften weg machen muss.

Die ganzen Leckerbissen, die man in den Tierfachgeschäften kaufen kann, sind bis auf wenige Ausnahmen für uns  leider nicht geeignet. Das einzige, was mit Leidenschaft verzehrt wird und auch Stunden später nicht wieder zurück kommt, sind die  getrockneten Schweine-Ohren. Ob es an der Züchtung liegt, dass Kleinpudel einen empfindlichen Magen haben, kann ich schon fast mit Ja beantworten, immerhin hatte ich vor Wolle schon einmal einen Zwergpudel gehabt und auch hier musste ich extrem aufpassen, was das Tier zu essen bekam.

Obst und Gemüse ist für einen Hund nicht geeignet

Vor 2 Jahren hatten wir Wolle aus einer Familie geholt, die sich in keinster Weise Gedanken um die artgerechte Ernährung gemacht hatte. So bekam der Hund nicht nur  täglich was vom Mittagessen ab, auch wurde er mit Schokolade, Chips und anderen Süßigkeiten „belohnt“. Ebenso hatte man ihm Obst in Hülle und Fülle vorgesetzt. Selbst  wenn der Hund es in dem Moment mit Leidenschaft verschlingt, die Fruchtsäure greift den empfindlichen Magen an.  Gewürze und andere Zutaten, die für den menschlichen Körper geeignet sind,  sind für einen Hunde-Magen nicht geeignet!

Bevor wir die Heimreise antreten konnten, wurde uns noch zwischen Tür und Angel mitgeteilt, dass sich Wolle sehr oft übergeben muss.  So, wie man uns dies mitteilte, hörte sich das eher nach einem Mangel an und wäre das Ergebnis dieser Züchtung. Ich war sprachlos!

Als neues Familienmitglied musste sich Wolle mit sofortiger Wirkung damit abfinden, dass er nicht mehr mit am Esstisch war, sobald es was zu essen gab. Ich mag die Bettelei  einfach nicht, denn die dunklen Hundeaugen signalisieren jedes mal: „Ich bin ja so hungrig…“ obwohl der Napf voll ist. 🙂 Die erste Zeit war es eine Sache der Strenge und des Durchhaltevermögens, denn der kleine Kerle schlich sich wie eine Katze ins Esszimmer.

Als Erstes wurde also die komplette Ernährung umgestellt. Zuerst habe ich es mit Nassfutter und Haferflocken versucht. Das Ergebnis war leider nicht so wie eigentlich erhofft. Wolle musste sich wirklich extrem oft übergeben.  Nicht nur dass dies auf  hellen Teppichböden unschön aussieht,  jeder von uns weiß,  das Übelkeit mit Brechreiz alles andere als angenehm ist. Kurze Zeit später habe ich  ihn dann auf Trockenfutter umgestellt und als Leckerbissen zwischendurch wurde eine Karotte angeboten.

Das klappte wunderbar! Endlich hörte der Brechreiz auf und auch der Stuhlgang festigte sich! Allerdings essen wir Menschen auch nicht täglich das gleiche und so habe ich mir Gedanken gemacht, welche Abwechslung auf Wolles Speiseplan stehen könnte. Gekochte Leber oder andere Innereien mochte er einfach nicht. Rein nach dem Motto:  Das kannst du selber essen! wurde das gekochte Fleisch rigoros abgelehnt. Sehr untypisch für einen Hund!  Je mehr ich mir Gedanken darüber macht, was der kleine Kerle essen konnte, umso schwieriger wurde es.

Selbst kochen für Vierbeiner

Genau zu diesem Zeitpunkt fiel mir bei Twitter ein Posting von der Autorin Rosemarie Benke-Bursian auf. Sie hatte bei dem Verlag Garant das Buch Cookies & Co. für Hunde veröffentlicht und somit war von einem Moment zum anderen meine Neugierde geweckt. Im Interesse von meinem kleinem Schatz bat ich sie um ein Rezensionsexemplar. Zudem teilte ich Rosemarie mit, dass mein Hund einen durchaus empfindlichen Magen hat und ich für Anregungen  bezüglich kleinerer Mahlzeiten sehr dankbar wäre.

Kurze Zeit später hielt ich das Buch in den Händen und war begeistert.  Hier habe ich eine große Auswahl von  kreativen Rezeptideen wie Plätzchen, Cupcakes, Muffins und Kekse entdeckt. Mein wöchentlicher Einkaufszettel wurde jeweils mit den Zutaten, die ich nachkochen wollte, erweitert. So stand jede Woche ein anderes Rezept für Wolle auf dem Speiseplan.

Allerdings habe ich die gewohnte Ernährung (Trockenfutter mit Karotte) nach wie vor beibehalten.  Die Leckereien aus dem Kochbuch gab es als Geschenk und Leckerbissen für zwischendurch.

 

Wolle hat mir bei den Vorbereitungen immer sehr hilfreich zur Seite gestanden. Immer wenn etwas heruntergefallen ist, hat er sofort Staubsauger gespielt. 🙂 Wie war das eben noch? Leber und andere Innereien mag er nicht? Ich habe einen kleinen Trick angewendet und oftmals das Fleisch mit etwas Fleischbrühe im  Mixer püriert und unter den Mehlmischungen gehoben.  Zwischendurch wurde auch eine kleine  Karotte mit püriert.  Geschmacklich haben viele Rezepte durch die Zugabe mit Honig den Geschmackstest bestanden. Hier konnte Wolle gar nicht genug davon bekommen.

Die Zugabe mit Eigelb und / oder Honig haben sein ohnehin schon seidenweiches Fell noch glänzender gemacht und aus meinem Hund ist ein wahrer Gourmet geworden.  Sein allgemeines Wohlbefinden hat sich mit diesen Leckerbissen sogar noch gesteigert. Seine Lieblingsrezepte sind ganz klar die Quarkbällchen auf Seite 100 und die Lieblingskekse auf Seite 102.

Rosemarie Benke-Bursian hatte mir währenddessen noch mitgeteilt, dass sich im Buch ein kleiner Rechtschreibfehler eingeschlichen hatte. So wird bei den Quarkbällchen nicht nur eine halbe Tasse Wasser benötigt, sondern 1-2 Tassen. Ann-Bettina Schmitz von  ABS-TextandMore hatte die Rezepte ebenfalls nachgekocht und ihr ist dann aufgefallen, dass die Mengenangabe nicht so ganz stimmte.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat ist die Tatsache, dass die Autorin nicht nur leckere Rezepte aufgelistet hat, sondern auch auf Unverträglichkeiten, Allergien und Gifte eingeht. Fakt ist, dass sich viele Hundebesitzer keine ernsthaften Gedanken um die Ernährung ihrer Hunde machen.  Lebensmittel, die für uns Menschen sehr bekömmlich sind, haben bei einem Hund nichts zu suchen! Zuviel falsches Essen, gekoppelt mit unzureichender Bewegung lassen viele Hunde extrem übergewichtig werden.  Übergewicht schadet dem ganzen Organismus, belastet zudem das Herz und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.  Bei Fressnapf habe ich dazu eine tolle Infografik entdeckt, die ich am Ende dieses Beitrages eingebettet habe.

P.S. Mein Wolle ist vor 3 Monaten kastriert worden und ich habe irgendwo gelesen, dass kastrierte Hunde nach der Kastration mit Gewichtszunahme zu kämpfen haben.  Hier sollten Hundebesitzer verstärkt(er) auf die Ernährung des Tieres achten. Zum Thema „Kastration – ja oder nein“ werde ich auch bald einen Bericht schreiben.

Seit der Kastration hat Wolle mal gerade 500 Gramm zugelegt, bei dem ursprünglichen Gewicht von 6,2 Kilo liegt das durchaus im akzeptablen Rahmen. Dem Tier geht es mehr als gut und das kann man ihm auch täglich ansehen! Zumal ich auch wirklich darauf achte, welches Futter in den Napf kommt.

Ich danke der Autorin Rosemarie Benke-Bursian sehr für das Zusammentragen der vielen Rezepte, die nicht nur eine gesunde und willkommen Abwechslung bieten, sondern auch wie in unserem besonderen Fall  sehr gut bekömmlich sind. Durch die vielen Bilder wird das Buch zudem ein visueller Hingucker.

An dieser Stelle kann ich nur eine dicke Weiter-Empfehlung aussprechen. Erhältlich ist das Buch Cookies für Hunde bei dem Verlag Garant und bei Amazon.

Dieser 127 Seiten starke Schmöker  ist für 3,99 Euro mehr als erschwinglich.

Aus dem Inhalt:
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Gute Ernährung für gesunde Hunde
1. Natürliche Ernährung des Wolfes
2. Gesunde Ernährung des Hundes
2.1. Anpassung an die wölfische Ernährung?
2.2. Hunde vertragen viele Ernährungsarten
3. Fütterung: Wie, wo, wann, wie oft?
3.1. Der richtige Futterplatz
3.2. Ein paar Worte zum Fressnapf
3.3. Zwei- bis mehrmals täglich füttern
3.4. Fastentag – pro und contra
4. Gesunde Ernährung: Wie viel und was?
4.1. Die richtige Futterration
4.2. Allgemeines zur Futterzusammensetzung
5. Der individuelle Bedarf
5.1. Kleine und große Hunde
5.2. Besonders aktive Hunde
5.3. Trächtige und säugende Hündinnen
5.4. Welpen und Junghunde
5.5. Alte Hunde
5.6. Unter- und übergewichtige Hunde
6. Unverträglichkeiten, Allergien und Gifte
6.1. Speisen, die begrenzt gefüttert werden können
6.2. Potentiell allergene / unverträgliche Speisen
7. Fütterungsarten und Futterangebote
7.1. Fertigfutter
7.2. Barfen
7.3. Vegetarische / vegane Ernährung
7.4. Abwechslungsreiche Ernährung
7.5. Selbstzubereitung
Leckere Rezepte zum Ausprobieren
1. Leckerli besonders mühelos und schnell zubereitet
1 – Einfache Getreide-Leckerli
2 – Apfel-Birnen-Leckerchen mit Babymus
3 – Kinderleichte Karottenkugeln
4 – Fixer Hundekuchen mit Fertigfutter
5 – Geflügel-Kugeln – leicht und lecker
2. Fleischlose Leckerli für Zwischendurch
6 – Getreide-Coockies
7 – Süße Apfel-Hafer-Muffins
8 – Obst-Honeys
9 – Bananen-Apfel-Chips
10 – Hunde-Müsliriegel
11 – Mais-Bananen-Crispies
12 – Möhren-Bananen-Kücherl
13 – Kürbistaler
14 – Zuchini-Feta-Schnitten
15 – Vegetarische Fitnesskekse
16 – Quark-Ingwer-Hundekuchen
17 – Käsecracker
18 – Hunde-Käsekuchen
19 – Knäckebrot-Gebäck mit Parmesan
20 – Parmesan-Häppchen
21 – Ziegenkäse-Taler mit Feigen
22 – Knusper-Tofu
3. Belohnungshappen mit Fleisch, Wurst, Geflügel, Innereien
23 – Rinder-Frikadellen
24 – Herzhafte Lamm-Happen
25 – Wurstbeißer
26 – Kartoffelplätzchen mit Speck
27 – Pikante Kartoffelplätzchen
28 – Mais-Möhren-Krustis mit Putenfleisch
29 – Süßkartoffel-Bröckchen mit Ente
30 – Geflügelwürfel mit geriebenem Möhrchen
31 – Leckere Leber-Nieren-Snacks
32 – Leberwurst-Makronen
33 – Herzige Hähnchenkekse mit Kohlrabi
34 – Schmackhafte Lungen-Rauten
35 – Pansen-Plätzchen
4. Leckerli – Abwechslung mit Fisch
36 – Thunfisch-Stangen
37 – Lachs-Spinat-Burger oder -Klößchen
38 – Rotbarsch-Ringe
39 – Fisch-Kipferl
5. Leckerli vilefach variierbar
40 – Quark-Bällchen – immer wieder anders
41 – Lieblingskekse
42 – Hackbällchen mit Spaghetti
43 – Hundepfannkuchen mit „Geschmack“
6. Besondere Leckerli, die allen schmecken
44 – Bio-Küchle
45 – Vegane Soja-Leckerchen
46 – Getreidefreie Hühnerhaufen
47 – Süße Kekse ohne Gluten
48 – Glutenfreie Rindfleischbissen
49 – Leckerli-Bruch mit Hammel oder Pferd
50 – Zahnfreundliche Biskuits
51 – Trockenfleisch aus dem Backofen
7. Leckeres für den Futternapf
52 – Schnelle Fertig-Pizza mit Dosenfutter
53 – Variables Grundrezept mit Fleisch
54 – Vollwert-Futter mit Rind für die Hauptmahlzeit
55 – Wandlungsfähiges Futter mit Huhn
8. Besondere Leckerli für besondere Anlässe
56 – Festtags-Schnecken
57 – Ein tolles Geschenk: Zwieback-Pralinen
58 – Vollkornkekse für die Hundeparty
59 – Der besondere Hunde-Geburtstagskuchen
60 – Hunde-Weihnachtsplätzchen mit viel Honig

Bildquellenangabe Titelbild: Alex Read/Unsplash.com
Diese Lebensmittel können giftig für Ihren Hund sein [Infografik]

Diese Infografik wurde auf Fressnapf.de gefunden

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